Africa Pseudo


				
					
	
	 
 
 

Aufgenommen in: Berlin Pankow • Berlin Kreuzberg • Berlin Zehlendorf • Alt-Jabel, Mecklenburg-Vorpommern • Ahrendshoop, Mecklenburg-Vorpommern • Le Lavandou, Frankreich • Hohe Tauern, Österreich 

Africa Pseudo

Am Erstaunlichsten ist, dass ein ganzer Kontinent in der Geschichte unseres ganzen Denkens über einen zivilisatorischen Fortschritt immer fremd geblieben ist.  Europa hat sich seit Jahrhunderten entwickelt, hat  in seinem Zusammenhang fortschrittliche Modelle entwickelt und diese, teils auf unsägliche Weise, in verschiedene Erdteile exportiert. Aber Europa steht auch heute noch in einem Dialog mit anderen Weltkulturen, die genauso alt oder sogar älter sind, der Dialog mag nicht einfach sein, aber er funktioniert selbst kriegerisch auf Grund der gemeinsamen Ebene von Schriftkultur, Abstraktion und Darstellung.

Mit Afrika, dem Ursprung unserer Abstammung,  kommt keiner zurecht, der auf diesen Code baut. Selbstvertändlich gibt es ein modernes Afrika, das sich schon lange vor dem Punkt Null , nämlich der Aufhebung der Kolonisation,  intellektuell entwickelt hat.  In wie weit diese Emanzipation trägt, hängt aber oft mit der maßgeblichen Vorgabe eines Staatsführers und dessen Clan zusammen. Und mit der Abhängikeit von europäischen, asiatischen und amerikanischen Interessen, die in der Geschichte den Kontinent, und nicht nur den Kontinent sondern auch seine Völker,  schon immer als ertragreiches Schürfgebiet erkannt haben und das auch weiterhin tun.

Wir haben den Anspruch, aber die Welt mag letzten Endes doch nicht nach unseren Mustern funktionieren. Es gibt neben dem modernen ein altes Afrika, das sich ebenso zivilatorisch entwickelt hat, nur anders. Trotz unserer Dominanz über das Bild, wie diese Welt funktioniert gibt es Modelle innerhalb der Zivilisation eines Kontinents, die wir nie verstanden haben. Ein Afrikaner wird niemals die ganze Wahrheit über das erzählen, worin er lebt. Er weiß ja, wir verstehen es nicht.

Mit den Bildern kommt das Nachdenken über Afrika bei uns daher als etwas seit langem alltäglich Befremdliches an:

Es sind immer Bilder, die besonders emotional aufgeladen sind. Bilder von überwältigend schöner Natur. Bilder von schönen Menschen. Bilder über die schrecklichsten Dinge, die ein Mensch auf Erden sich vorzustellen vermag.

Ich möchte mit diesem Projekt die Bilder relativieren. Es zeigt sich, dass manchmal ein Blinzeln, ein angemessenes Auge hilfreicher ist als das ewig voreingenommene Auge, das Afrika besonders im Dezember mit leeren Reisschüsseln und verlorenen Menschen gleichsetzen will. So anders ist das alles nicht, die Idee eines guten Lebens ist für alle Menschen die gleiche.